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Werkverzeichnis
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Warum musizieren Ärzte?

Interview mit Peter Graner und Siegmar Mende

Peter Graner

Kinderarzt

Vorgestern gab das Bodensee-Ärzteorchester in Münsterlingen ein Benefizkonzert. Was bedeutet für Mediziner das Hobby Musik? Wir sprachen darüber mit dem Kinderarzt Peter Graner und dem Onkologen Siegmar Mende.

Herr Graner, Herr Mende, warum musizieren Ärzte in ihrer Freizeit, und das oft auf recht hohem Niveau?

Peter Graner: Wenn ich meinen Beruf Ernst nehme, muss ich ja eigentlich immer geben. Von der Musik aber kommt sehr viel Energie zurück. Aus ihr hole ich mir Kraft, sie regeneriert. Und das Üben selbst hat ja etwas sehr Meditatives.

Gibt es Parallelen zwischen der medizinischen und der musikalischen Betätigung?

Siegmar Mende: In beiden Disziplinen muss ich und darf ich möglichst viel von mir selbst einbringen. Wie in der Musik muss ich mich auch in der medizinischen Sprechstunde in Stimmungen einfühlen können. Auch sind Konzentration und Präzision Parallelen zwischen beiden «Künsten».

Ist Musik Therapie?

Graner: Auf jeden Fall. Musik bringt die Seele ins Lot, sie glättet sie, die unsere und die der Patienten. Und sie enthält ja als wichtigstes Element das Gesetz der Anspannung und Entspannung, des Ein- und Ausatmens.

Wie beeinflusst das eigene Musizieren Ihren ärztlichen Alltag?

Mende: Beim Musizieren geht es um Teamwork, um das subtile aufeinander Hören. Man lernt Rücksicht aufeinander zu nehmen. Das sind Tugenden, die auch im Praxisalltag ganz wichtig sind.

Auch im Thurgau gibt es Musiker unter den Ärzten. Wären sie bei Ihnen im Orchester willkommen?

Graner/Mende: Auf jeden Fall. Sie sind herzlich willkommen. Vielleicht könnte man dann öfter in Konstanz proben. Und ein Stück zum Euregio-Gedanken hätten wir auch wieder beigetragen. Interview:Martin Preisser


Aus dem Tagblatt vom 14.5.2002 © St. Galler Tagblatt AG 

 

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