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Kritik SZ, Konzert Weissenau 2003

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Werkverzeichnis
links

Schwäbische Zeitung vom 15.04.2003

Bodensee-Ärzteorchester

Ärztlicher Not-Dienst

Ravensburg - Seit vielen Jahren ist das Bodensee-Ärzteorchester in unserer Region immer wieder zu hören. Das stattliche Ensemble, das sich vorwiegend aus Ärzten, Apothekern und deren Freunden und Familienmitgliedern zusammensetzt, gab am Palmsonntag im Festsaal des Klosters Weißenau ein Konzert, mit dessen Reinerlös ein Projekt für psychisch Kranke in Borsa/Rumänien gefördert wird.

Von unserem Mitarbeiter Rainer Michael Hepp

Die durchaus anspruchsvolle Programmauswahl mit Werken der musikalischen Romantik brachte neben Bekanntem auch weniger oft gespielte Orchesterwerke zu Gehör. So beispielsweise Franz Schuberts (1797 – 1828) Ballett- und Zwischenaktmusik zu “Rosamunde”, D 797, deren eingängige Melodien trotz leichter Intonationsschwankungen zu einem ungetrübten Hörgenuss werden konnten. Im Wechselspiel zwischen Bläsern und Streichern konnten hier immer wieder lyrische und dramatische Passagen effektvoll gegenübergestellt werden.
Auch die ganz unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Sätze von Gabriel Faurés (1845 – 1924) Orchestersuite “Masques et Bergamasque” op. 112, nahm durch das differenzierende Spiel der Musikerinnen und Musiker markante Gestalt an. Ob die einleitende Ouvertüre, die eher verhaltene Pastorale oder aber die melodiös-dialogisierend angelegte Pavane – abwechslungsreiche Musik wird hier vielfältig ausgearbeitet, wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil Hans Jörg Walter durch ein differenziertes Dirigat seine klaren musikalischen Vorstellungen umzusetzen weiß.
Solistisches Hauptwerk der Programmfolge war das Konzert für Violine und Orchester Nr.1 in g-moll, op.75 von Max Bruch (1835 – 1920). Obgleich eine größere sinfonische Besetzung für den Weißenauer Festsaal immer wieder eine akustische Überforderung darstellt, ergaben sich im Zusammenspiel mit der Solistin Claudia Schwarz (Garmisch-Partenkirchen) hochromantische Klangsphären von nachhaltiger Eindringlichkeit. Claudia Schwarz gestaltet ihren Part nuancenreich, ihr mitreißendes Spiel zeugt von technischer wie musikalischer Reife, die besonders im melodiös-einfühlsamen Adagio beeindrucken konnte.
Mit überaus herzlichem Beifall bedankte sich das Publikum im voll besetzten Weißenauer Festsaal für ein wirklich gelungenes Konzert.

 

 

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