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- FRANZ-JOSEF LAY im Südkurier
Beethoven konzertant und sinfonisch
Gelungenes Sommerkonzert der
MTU im Graf-Zeppelin-Haus mit Gästen aus Paris und dem Ärzteorchester
Schon zur Tradition geworden ist, dass die MTU
ihren Mitarbeitern eine musikalische Jahresgabe in Form eines Konzertes zukommen lässt. Dabei werden junge Musiker gefördert und zugleich dem hauseigenen Bläserensemble ein dankbares Podium geboten.
Ehe die Gäste zum Zuge kamen gab es “Selbstgemachtes" mit dem Bläserensemble der MTU unter Leitung von Reiner Hobe, der das Publikum im gut besetzten Hugo-Eckener-1 Saal mit “Schwedischen
Volksweisen und Tänzen" von August Södermann in das Konzert einstimmte. Dabei bestachen die Bläser im 1. Stück durch wohl intonierte und weiche Passagen bei dunkel gefärbtem Akkordsatz. Dem
Wechsel von geschlossenen Tutti und wendigen Holzbläserpartien stellte Hobe auch differenziert herausgearbeiteten Rhythmus gegenüber, um im 3. Stück mehr auf Klangfarbe mit Bassklarinette und Oboe
abzuheben. Melodischen Fluss und nordisch klingenden Charakter erhielt das Stück mit schwedischer Volksweise.
Im Folgenden beschwor Hobe in fein ziseliertem Dirigat Elfenreigen und Berggeister durch delikates Spiel einzelner Register.
Leicht gingen den Holzbläsern die Skalen des “Capriccio" von Frigyes Hidas von den Fingern. Eleganter Tanzrhythmus im
Mittelteil schuf in dem beschwingt musizierten Werk mit fetzigen Bläsereinwürfen klanglichen Gegensatz.
Dann kamen die Gäste aus Paris, das Trio Epsilon beim Konzert für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester von Beethoven
voll zum Zuge, sorgfältig und einfühlsam von dem Bodensee-Ärzteorchester unter der umsichtigen Leitung von Hans Jörg Walter begleitet. Beim weiträumigen Orchestervorspiel, von weichen, tiefen
Streichern eingeleitet, entwickelte sich aus dem piano das punktierte Motiv zu einem festlichen Tutti, solistisch abgelöst von dem Pariser “Trio". Mit warmem Celloton trat Axel Salmona zum
geschmeidigen Violinpart von Herve Walczak in Dialog, locker umspielt und begleitet von klaren und leicht fließenden Klavierpassagen Maxime Leschieras, woraus sich der eigentliche konzertante
Charakter des Werkes zusammen mit dem wohl abgestimmten Orchester auf recht musikantische Weise entfaltete. Ein homogenes “Trio", getragen von eher dezentem Orchesterklang und doch kontrastiert
von kräftigen Tuttieinwürfen bestimmte auf weite Strecken das effektvolle Geschehen.
Starken poetischen Ausdruck erhielt das Largo durch gesangvolle Kantilenen. Eine Zart und leicht beflügelte
Orchestereinleitung ging dem opulenten Celloeinsatz voran. Unmittelbar führten auch die vitalen Cellotöne den 3. Satz, das Rondo alla Polacca an, das Solisten wie Orchester zu einem schwungvollen
Bravourstück werden ließen. Eine rauschende Coda schloss den tänzerisch beschwingten Satz ab. Begeisterter Beifall für die Pariser Gäste, die sich dafür mit einer faszinierenden Interpretation des
letzten Satzes aus Ravels Trio bedankten.
Nochmals Beethoven mit der Sinfonie No. 2 in D-Dur, op. 36, bei der Hans Jörg Walter mehr auf Schlichtheit setzte, doch auch
ohne Übertreibung auf Gefühlsakzente abhob. Gut disponiert begann das Ärzteorchester mit der weit gespannten, langsamen Einleitung, bei exakten Tutti-Schlägen und einheitlich abwärts geführten
Bläserkantilenen, abgelöst von homogen agierenden Streichern. Dramatischen Akzent mit leichtem Hang zu opernhafter Wirkung gab Walter den Molltrübungen bei rumorenden Tremoli und chromatischen
Skalen. Immer wieder ließen die dynamischen Wechsel an strenge klassische Form denken, vorgegeben von Haydn und Mozart. Lyrische, etwas melancholische Züge erhielt das Larghetto bei eher verhaltenem
Streicherklang. Geschlossen und weich im Ausdruck, der aber auch durch effektvolle dynamische Zwischengedanken kontrastreich wirkte. Ganz von diesem Kontrast lebte auch das Scherzo.
Dem herben Rahmensatz trat ein ganz auf frischem Bläserklang gestelltes, fast frohes Ländlertrio mit witzigen Wechseltönen
gegenüber. Bei raffiniert intonierten Trillerfiguren und großen Intervallsprüngen begann das Finale, das einmal im geschlossenen Unisono, wie in der differenzierten Dynamik Wirkung zeigte. Das
erhielt seine Steigerung durch den weichen Holzbläserklang im Seitenthema und einheitlichem Streicherchor.
... Durch das Sommerkonzert der MTU werden junge Musiker gefördert und zugleich wird dem hauseigenen Bläserensemble ein
Podium geboten. Mit dem Bodensee-Ärzteorchester kommen auch musikalische Gäste zum Zug.
Schwäbische Zeitung
Sommerkonzert
Orchester beeindruckt mit einer reifen Leistung
FRIEDRICHSHAFEN (sz) - Zum gemeinsamen Sommerkonzert haben am Sonntag EADS, MTU, Dornier-Consulting und Mercedes-Benz Ravensburg ins GZH eingeladen. Das Bläserensemble der MTU Friedrichshafen und das
Bodensee-Ärzteorchester mit dem Trio Epsilon aus Paris als Gast präsentierten ein anspruchsvolles Programm.
Von unserer Mitarbeiterin Christel Voith
Wie Dr. Peter Gutsmiedl, Betriebsleiter der EADS-Deutschland GmbH am Standort
Friedrichshafen, in seinem Grußwort berichtete, war es bereits das 17. Sommerkonzert, das EADS und MTU im Wechsel organisiert haben, und das trotz
aller Veränderungen in den Firmen. Auch in Zukunft soll die Tradition der ehemaligen Dornier-Sommerkonzerte als fester Bestandteil der Firmenkultur
bewahrt werden. Gutsmiedls Dank galt den Sponsoren und dem MTU-Bläserensemble, das regelmäßig bei den Konzerten dabei sei. Mit August
Söderrnanns Schwedischen Volksweisen und Tänzen Nr. 1 bis 8 eröffnete das Bläserensemble unter der Leitung von Reiner Höbe das Programm. Mit einer
lieblichen "Schäferidylle begannen die Bläser, um gleich darauf zum volkstümlichen Tanz zu laden. Die Folge von Volksweisen war äußerst geschickt gewählt, stellte
sie doch nacheinander die einzelnen Instrumente von der Oboe bis zur Trompete solistisch in den Mittelpunkt und gab so den Spielern Gelegenheit, ihre hohe
Klangkultur zu beweisen. Kapriziös wie eine eitle Schöne, bald herausfordernd, bald bissig und wieder sanft schmeichelnd, gab sich das Capriccio des ungarischen Komponisten Frigyes Hidas.
Pariser Trio ist Glücksfall
Nach diesem farbigen Bläserauftakt stand der Abend im Zeichen Beethovens. Für
das Tripelkonzert C-Dur op. 56 hatte sich das Bodensee-Ärzteorchester das Trio Epsilon aus Paris geholt mit Herve Walczak, Violine, Axel Salmona, Violoncello, und
Maxime Leschiera am Klavier. Trotz seiner Fülle an schöner Musik und der brillanten Gegenüberstellung von Orchestertutti und einem feinen Concertino ist
das Tripelkonzert nur selten zu hören, setzt es doch gleich drei vorzügliche Solisten voraus. Das hervorragend aufeinander eingespielte Pariser Trio erwies
sich hier als Glücksfall, vom fein ausgewogenen Allegro über das betörend schöne Largo bis zum feurigen Rondo. Von kleineren Reibungen abgesehen hatte Hans
Jörg Walter aus Markdorf mit seinem umsichtigen Dirigat das Miteinander von Orchester und Solistentrio gut im Griff.
In der folgenden Sinfonie Nr. 2 nahm das Orchester sehr bedächtig die
Eingangsmelodie auf, die sich bald verdüsterte. Eine liebliche Idylle, ein Bild des irdischen Glücks, malte das Larghetto, ein übermütiges Spiel zwischen Bläsern und
Streichern brachte der letzte Satz. Auch wenn die enorme Anspannung spürbar war, hat das Laienorchester mit einer reifen Leistung beeindruckt. Hatte sich das
Trio Epsilon mit einem fulminanten Satz von Maurice Ravel verabschiedet, dankte das Orchester mit dem flirrenden ersten Satz aus der Streicherserenade von Anton Dvorak für den herzlichen Beifall.
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