Bodensee
Ärzteorchester e.V.

Mitglied im BDLO Bundesverband
Deutscher Liebhaberorchester e.V.

Kritiken Konzert 10.07.2005

  • FRANZ-JOSEF LAY im Südkurier


    Beethoven konzertant und sinfonisch

    Gelungenes Sommerkonzert der MTU im Graf-Zeppelin-Haus mit Gästen aus Paris und dem Ärzteorchester

    Schon zur Tradition geworden ist, dass die MTU ihren Mitarbeitern eine musikalische Jahresgabe in Form eines Konzertes zukommen lässt. Dabei werden junge Musiker gefördert und zugleich dem hauseigenen Bläserensemble ein dankbares Podium geboten. Ehe die Gäste zum Zuge kamen gab es “Selbstgemachtes" mit dem Bläserensemble der MTU unter Leitung von Reiner Hobe, der das Publikum im gut besetzten Hugo-Eckener-1 Saal mit “Schwedischen Volksweisen und Tänzen" von August Södermann in das Konzert einstimmte. Dabei bestachen die Bläser im 1. Stück durch wohl intonierte und weiche Passagen bei dunkel gefärbtem Akkordsatz. Dem Wechsel von geschlossenen Tutti und wendigen Holzbläserpartien stellte Hobe auch differenziert herausgearbeiteten Rhythmus gegenüber, um im 3. Stück mehr auf Klangfarbe mit Bassklarinette und Oboe abzuheben. Melodischen Fluss und nordisch klingenden Charakter erhielt das Stück mit schwedischer Volksweise.
  • Im Folgenden beschwor Hobe in fein ziseliertem Dirigat Elfenreigen und Berggeister durch delikates Spiel einzelner Register.

    Leicht gingen den Holzbläsern die Skalen des “Capriccio" von Frigyes Hidas von den Fingern. Eleganter Tanzrhythmus im Mittelteil schuf in dem beschwingt musizierten Werk mit fetzigen Bläsereinwürfen klanglichen Gegensatz.

    Dann kamen die Gäste aus Paris, das Trio Epsilon beim Konzert für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester von Beethoven voll zum Zuge, sorgfältig und einfühlsam von dem Bodensee-Ärzteorchester unter der umsichtigen Leitung von Hans Jörg Walter begleitet. Beim weiträumigen Orchestervorspiel, von weichen, tiefen Streichern eingeleitet, entwickelte sich aus dem piano das punktierte Motiv zu einem festlichen Tutti, solistisch abgelöst von dem Pariser “Trio". Mit warmem Celloton trat Axel Salmona zum geschmeidigen Violinpart von Herve Walczak in Dialog, locker umspielt und begleitet von klaren und leicht fließenden Klavierpassagen Maxime Leschieras, woraus sich der eigentliche konzertante Charakter des Werkes zusammen mit dem wohl abgestimmten Orchester auf recht musikantische Weise entfaltete. Ein homogenes “Trio", getragen von eher dezentem Orchesterklang und doch kontrastiert von kräftigen Tuttieinwürfen bestimmte auf weite Strecken das effektvolle Geschehen.

    Starken poetischen Ausdruck erhielt das Largo durch gesangvolle Kantilenen. Eine Zart und leicht beflügelte Orchestereinleitung ging dem opulenten Celloeinsatz voran. Unmittelbar führten auch die vitalen Cellotöne den 3. Satz, das Rondo alla Polacca an, das Solisten wie Orchester zu einem schwungvollen Bravourstück werden ließen. Eine rauschende Coda schloss den tänzerisch beschwingten Satz ab. Begeisterter Beifall für die Pariser Gäste, die sich dafür mit einer faszinierenden Interpretation des letzten Satzes aus Ravels Trio bedankten.

    Nochmals Beethoven mit der Sinfonie No. 2 in D-Dur, op. 36, bei der Hans Jörg Walter mehr auf Schlichtheit setzte, doch auch ohne Übertreibung auf Gefühlsakzente abhob. Gut disponiert begann das Ärzteorchester mit der weit gespannten, langsamen Einleitung, bei exakten Tutti-Schlägen und einheitlich abwärts geführten Bläserkantilenen, abgelöst von homogen agierenden Streichern. Dramatischen Akzent mit leichtem Hang zu opernhafter Wirkung gab Walter den Molltrübungen bei rumorenden Tremoli und chromatischen Skalen. Immer wieder ließen die dynamischen Wechsel an strenge klassische Form denken, vorgegeben von Haydn und Mozart. Lyrische, etwas melancholische Züge erhielt das Larghetto bei eher verhaltenem Streicherklang. Geschlossen und weich im Ausdruck, der aber auch durch effektvolle dynamische Zwischengedanken kontrastreich wirkte. Ganz von diesem Kontrast lebte auch das Scherzo.

    Dem herben Rahmensatz trat ein ganz auf frischem Bläserklang gestelltes, fast frohes Ländlertrio mit witzigen Wechseltönen gegenüber. Bei raffiniert intonierten Trillerfiguren und großen Intervallsprüngen begann das Finale, das einmal im geschlossenen Unisono, wie in der differenzierten Dynamik Wirkung zeigte. Das erhielt seine Steigerung durch den weichen Holzbläserklang im Seitenthema und einheitlichem Streicherchor.

... Durch das Sommerkonzert der MTU werden junge Musiker gefördert und zugleich wird dem hauseigenen Bläserensemble ein Podium geboten. Mit dem Bodensee-Ärzteorchester kommen auch musikalische Gäste zum Zug.


Schwäbische Zeitung

Sommerkonzert

 Orchester beeindruckt mit einer reifen Leistung

FRIEDRICHSHAFEN (sz) - Zum gemeinsamen Sommerkonzert haben am Sonntag EADS, MTU , Dornier-Consulting und Mercedes-Benz Ravensburg ins GZH eingeladen. Das Bläserensemble der MTU Friedrichshafen und das Bodensee-Ärzteorchester mit dem Trio Epsilon aus Paris als Gast präsentierten ein anspruchsvolles Programm.

Von unserer Mitarbeiterin Christel Voith

Wie Dr. Peter Gutsmiedl, Betriebsleiter der EADS-Deutschland GmbH am Standort Friedrichshafen, in seinem Grußwort berichtete, war es bereits das 17. Sommerkonzert, das EADS und MTU im Wechsel organisiert haben, und das trotz aller Veränderungen in den Firmen. Auch in Zukunft soll die Tradition der ehemaligen Dornier-Sommerkonzerte als fester Bestandteil der Firmenkultur bewahrt werden. Gutsmiedls Dank galt den Sponsoren und dem MTU-Bläserensemble, das regelmäßig bei den Konzerten dabei sei. Mit August Söderrnanns Schwedischen Volksweisen und Tänzen Nr. 1 bis 8 eröffnete das Bläserensemble unter der Leitung von Reiner Höbe das Programm. Mit einer lieblichen "Schäferidylle begannen die Bläser, um gleich darauf zum volkstümlichen Tanz zu laden. Die Folge von Volksweisen war äußerst geschickt gewählt, stellte sie doch nacheinander die einzelnen Instrumente von der Oboe bis zur Trompete solistisch in den Mittelpunkt und gab so den Spielern Gelegenheit, ihre hohe Klangkultur zu beweisen. Kapriziös wie eine eitle Schöne, bald herausfordernd, bald bissig und wieder sanft schmeichelnd, gab sich das Capriccio des ungarischen Komponisten Frigyes Hidas.

Pariser Trio ist Glücksfall

Nach diesem farbigen Bläserauftakt stand der Abend im Zeichen Beethovens. Für das Tripelkonzert C-Dur op. 56 hatte sich das Bodensee-Ärzteorchester das Trio Epsilon aus Paris geholt mit Herve Walczak, Violine, Axel Salmona, Violoncello, und Maxime Leschiera am Klavier. Trotz seiner Fülle an schöner Musik und der brillanten Gegenüberstellung von Orchestertutti und einem feinen Concertino ist das Tripelkonzert nur selten zu hören, setzt es doch gleich drei vorzügliche Solisten voraus. Das hervorragend aufeinander eingespielte Pariser Trio erwies sich hier als Glücksfall, vom fein ausgewogenen Allegro über das betörend schöne Largo bis zum feurigen Rondo. Von kleineren Reibungen abgesehen hatte Hans Jörg Walter aus Markdorf mit seinem umsichtigen Dirigat das Miteinander von Orchester und Solistentrio gut im Griff.

In der folgenden Sinfonie Nr. 2 nahm das Orchester sehr bedächtig die Eingangsmelodie auf, die sich bald verdüsterte. Eine liebliche Idylle, ein Bild des irdischen Glücks, malte das Larghetto, ein übermütiges Spiel zwischen Bläsern und Streichern brachte der letzte Satz. Auch wenn die enorme Anspannung spürbar war, hat das Laienorchester mit einer reifen Leistung beeindruckt. Hatte sich das Trio Epsilon mit einem fulminanten Satz von Maurice Ravel verabschiedet, dankte das Orchester mit dem flirrenden ersten Satz aus der Streicherserenade von Anton Dvorak für den herzlichen Beifall.

Aktualisiert am 19.07.2005

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