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Gioacchino Rossini, 1792-1868,
machte über seine Eltern früh mit dem Theater Bekanntschaft. Beide Eltern traten auf verschiedenen kleinen Bühnen Norditaliens mit Erfolg auf, der Vater als Hornist, die Mutter als Sopranistin. Als die
Mutter wegen einer Kehlkopf-erkrankung aufhören musste, war der junge Gioacchino gerade so weit, dass er die Rollen des Solo-Sopran, also die Stimme seiner Mutter – in Kirchen und Theatern – übernehmen
konnte.
1806 übersiedelte die Familie
nach Bologna und Gioacchino wurde in die Gesangsklasse der berühmten Akademie aufgenommen. Neben Gesang studierte er Violoncello, Klavier und Komposition, letzteres mit solchem Erfolg, dass er bald
für die Mailänder Scala komponieren durfte. Bis zu seinem 37. Lebensjahr entstanden etwa 40 Opern. Hierzu reiste Rossini von Bühne zu Bühne und erfand in kürzester Zeit die Musik für Sänger, deren
Fähigkeiten er vorher studiert hatte.
Die Themen scheinen Rossini
dabei nur so zugeflogen zu sein. In der Ouvertüre zu seiner letzten Oper “Wilhelm Tell" hat er eine kleine Sinfonische Dichtung geschaffen. Sie entführt uns mit gesanglich-idyllischen Melodien in
die Schweiz und ihrer Berglandschaft, deren wilde Natur Rossini mit der dramatischen Vertonung eines Gewitters schildert. Schließlich feiert die berühmte feurige "Reitermusik" den krönenden
Sieg des Volkes in der dramatischen Geschichte um den Rütlischwur.
Edvard Grieg, am 15.6.1842 in
Bergen/Norwegen geboren, studierte zwar in der deutschen Stadt Leipzig, versuchte aber zeitlebens nordische Musik zu komponieren. Diese wird meist als erdverbunden und urwüchsig beschrieben. Doch kamen
mir beim Studium der Partitur zum Klavierkonzert ganz andere Gedanken:
Wir leben in einer Zeit, die
von Hast, Hektik, ja fast triebhafter Geschäftigkeit geprägt ist. Die Menschen müssen um ihren Anteil am Kuchen der Gesellschaft kämpfen. – Da erscheint es mir notwendig, daran zu erinnern, dass unsere
Welt ja auch Natur besitzt, eine Natur, die sich in Ruhe entwickelt, die nach natürlichen Gesetzen entsteht, ganz ohne Kampfgeschrei.
Joachim Ernst Berendt, der bekannte
Jazzmusiker, sagt: “Die Welt ist Klang”. Und wirklich: Versuchen Sie am Beispiel von Griegs Klavierkonzert von dieser Idee “Klang und Schwingung” auszugehen.
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Ein Ton lebt durch seine
Schwingung, erst recht ein Akkord. Mehrere Akkorde leben und führen uns durch Zeit und Raum. Wenn Sie sich nun auf die Klänge z.B. des Klaviers einlassen, können Sie eine Kraft verspüren, die in uns
eindringt und – ganz ohne Hektik – unsere Seele zum Schwingen bringt. Das ist Edvard Grieg. Versuchen Sie´s.
Peter (Piotr) Iljitsch
Tschaikowskys Orchestersuiten sind bei uns wenig be-kannt. Werden sie erwähnt, bieten die Äußerungen ein breites Feld für Mutmaßungen und Allgemeinplätze: Klingt seine Musik russisch, westlich, orthodox
oder gar wagnerianisch?
Tschaikowsky studierte zuerst
Jura und war Sekretär im Justizministerium. Doch er wechselte ganz zur Musik, studierte Komposition am Konserva-torium
in Petersburg, lehrte dort Musiktheorie, wirkte als Musikkritiker und als Dirigent eigener Werke. Als freieschaffender Künstler bereiste er die westliche Welt.
Mit Nadeschda Filaretowna
von Meck, einer reichen Witwe, begann über Jahre hinweg eine innige Brieffreundschaft. Frau von Meck unterstützte ihn auch mit monatlichen Festbeträgen.
Die Orchestersuite Nr. 1
zeichnet
sich durch tolle Einfälle aus und ist sehr kunstvoll arrangiert. Beschreiben lässt sich diese Musik nicht. Wir begegnen märchenhaften Melodien als Kontrast zu einem Hüsteln des Orchesters. Wir erleben mehrfach einen kunstvollen Satzaufbau mit Steigerungen durch alle Instrumentalgruppen und Lautstärkevarianten. Spritzige Tanzeinlagen dreier Flöten, die Beistand durch ein Glockenspiel erhalten, wechseln mit furiosem Donnerwetter der Bass-Instrumente. Es ist wirklich wie im Märchen. Es macht nicht nur Spaß, diese Musik zu hören, sondern sie auch selbst zu musizieren.
Im März 2007, Hans Jörg Walter
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